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Was ist ein Risikomanagement-System?

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3. Risiko- und Chancenbewertung

Die jeweiligen Führungskräfte haben "ihre" Risiken und Chancen zu beurteilen. Überschreiten die von ihnen ermittelten Risiken dabei einen Schwellenwert, so besteht eine Berichtspflicht an die zuständige Stelle. Soweit es geht, sollten Risiken und Chancen quantifiziert werden. Dazu stehen eine Reihe unterschiedlicher Methoden zur Verfügung. Einzelrisiken sind auf Unternehmensebene zu akkumulieren und mit internen Maßstäben in Beziehung zu bringen. Dabei sind auch Wechselwirkungen zwischen Einzelrisiken zu berücksichtigen.

Methode Einsatzbereich
Erwartungswert-Prinzip (µ-Prinzip) Quantifizierbare Risken
Risiko-Simulation mit VaR-Größen Finanzielle Risiken
WACC Methode Finanzielle Risiken
Risk-Portfolio-Technik Nicht quantifizierbare Risiken
Profil-Methode Nicht quantifizierbare Risiken
SWOT-Methode Alle Risiken und Chancen

Das Erwartungswert-Prinzip (µ-Prinzip) ist eine betriebswirtschaftlich-statistische Entscheidungshilfe für komplexe Situationen. Sie beruht auf der Bayes-Regel und stellt eine normative Entscheidungsmatrix beim Vorliegen eines Risikos dar. Obwohl diese Methode häufig zitiert wird, wird sie in der Praxis selten angewandt.

Auf jedem PC anwendbar hingegen ist die Risiko-Simulation. VaR bedeutet Value at Risk. Grundlage dafür ist die nach dem berühmten Spielcasino benannte Monte-Carlo - Methode. Dabei werden einzelne Risiken in verschiedenen Szenarien mit einem Zufallsgeneratordurchgespielt. Ergebnis ist eine graphisch darstellbare Wahrscheinlichkeitsverteilung. Aus dieser Kurve läßt sich die Möglichkeit einer bestimmten Schadenshöhe ablesen. Der VaR-Wert ist eine Art Höchstschaden, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, sagen wir 95 %, in einem bestimmten Zeitraum nicht überschritten wird. Niemand sollte auf die Idee kommen, daß dieser Methode eine besonders hohe Wahrhaftigkeit zukommt. Ihre Güte ist abhängig von den zugrundeliegenden Annahmen, die häufig genug äußerst dürftig sind. Nach wie vor kann der Mensch nicht in die Zukunft schauen. Dies ist lediglich eine Methode, komplexe Sachverhalte anschaulich zu fassen und darzustellen. Darüber sollte die komplexe Mathematik nicht hinwegtäuschen!

Daneben gibt es die Kapitalkostenmethode. Sie dient der Bewertung von Organisationseinheiten oder Projekten und beruht auf der WACC-Methode. Das bedeutet "weighted average cost of capital". Die WACC-Methode beruht auf dem Capital-Asset-Pricing-Modell. Die Gesamtkapitalkosten werden errechnet und mit der Rendite der zu betrachtenden Organisationseinheit oder der Produkte bzw. Projekte verglichen. Liegt die Rendite der betrachteten Organisationseinheit unter den Gesamtkapitalkosten, so wird der Firmenwert in dieser Einheit heruntergesetzt, letztlich also vermindert.

Bei der Bewertung nicht quantifizierbarer Risiken geht es um die subjektive Einschätzung von Häufigkeit, Höhe und Wahrscheinlichkeit des Ereignisses z.B. des Schadens bzw. der Chance. Obwohl eine exakte Quantifizierung nicht einfach ist, sollte man dennoch versuchen, die Ergebnisse in € auszudrücken. Dies kann beispielsweise mit der Kosten-Nutzen-Analyse oder analog geschehen. Auf diese Weise erhält man die bekannten Risiko-Portfolios. In ähnlicher Weise arbeitet die Profilmethode, wobei sie die Zeitachse als Dimension neben der finanziellen Auswirkung der Ereignisse z.B. Schadenshöhe berücksichtigt.

Die SWOT Methode stammt aus dem angelsächsischen Sprachraum. SWOT bedeutet Strength - Weakness, Opportunities and Threats und übersetzt: Stärken - Schwächen, Chancen und Risiken. Die Bezeichnungen weichen etwas von den bisher verwendeten Definitionen ab. Bei dieser Methode, die üblicherweise der Strategiefindung dient, werden die internen Stärken und Schwächen den Chancen und Risiken der externen Märkte gegenüber gestellt. Fällt eine interne Schwäche z.B. geringe Produktionskapazität mit einer externen Stärke z.B. starkes Marktwachstum zusammen, so sind - wie im folgenden Abschnitt beschrieben wird - entsprechende Maßnahmen zu wählen. In diesem Fall z.B. rechtzeitige Ausweitung der Produktionskapazitäten.

Für die oberste Leitung sind Detailrisiken mit einer geeigneten Software zu einem Gesamtrisiko auf Unternehmensebene zu verschmelzen.

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Autor / Copyright: Stottrop Unternehmensberatung
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