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Risikofaktor Arbeitsschutz - Risiken und Chancen beim Arbeitsschutz

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2. Kostenrisiko Arbeitsunfall

Kaum ein Controller verzichtet heute auf die Kennzahl "meldepflichtige Unfälle pro Mitarbeiter". Es werden lange Zeitreihen präsentiert, die häufig unkommentiert bleiben. Ist dies eine ausreichende Grundlage für Entscheidungen des Managements?

Ein Beispiel: Ein kunststoffverarbeitender Betrieb mit 250 Mitarbeitern hat im vergangenen Jahr 14 Unfälle seiner BG gemeldet. Das waren drei weniger als im Vorjahr. Daher möchte der Werksleiter, die Investitionen im Arbeitsschutz reduzieren. Die Sicherheitsfachkraft hat jedoch soeben die Einführung eines Arbeitsschutzmanagement-Systems gefordert. Kostenpunkt 17.500 Euro. Wie sollte die Geschäftsleitung entscheiden?

Sie fragt nach einem Vergleich mit anderen Betrieben. Benutzen wir dazu die Kennzahl "Unfallquote". Dies ist die Zahl der meldepflichtigen Unfälle pro 1.000 durchschnittliche Beschäftigte. Umgerechnet auf 1.000 Beschäftigte hat unser Unternehmen eine Unfallquote von 56. Nach den Statistiken aller BGs (http://www.hvbg.de/d/pages/statist/brosch/index.html) lag der Durchschnitt aller Unternehmen in Deutschland im Jahre 2003 bei einer Unfallquote von knapp 30. Unsere Beispielfirma liegt da um fast 90 % darüber! Selbst die Zahlen der Maschinenbau BG von 44,08 liegen immer noch weit unter den Zahlen unserer Beispielfirma. Danach gibt es doch Handlungsbedarf im Arbeitsschutz.

Die Geschäftsleitung will nun wissen, welche Kosten dem Betrieb durch die Unfälle entstanden sind. Geht man davon aus, daß jeder meldepflichtige Arbeitsunfall zu durchschnittlich 15 Fehltagen führt, so ergeben sich 210 ausgefallene Arbeitstage. Dies entspricht fast einem ganzen Arbeitsplatz. Hierzu sind noch die Zahlen der nicht-meldepflichtigen Unfälle zu addieren. Sie betragen nach Schätzungen von Experten aus bayrischen Arbeitsschutzbehörden etwas das drei- bis zehnfache der Zahl der meldepflichtigen Unfälle. Geht man von einem Faktor von 5 aus, so ergeben sich 70 zusätzliche Unfälle, die insgesamt zu 140 Ausfalltagen geführt haben. Somit ergeben sich 280 Ausfalltage mit insgesamt 2.100 ausgefallenen Stunden. Geht man davon aus, daß eine durch einen Arbeitsunfall ausgefallene Stunde Zusatzkosten in Höhe von ca. 60 Euro verursachen, so ergibt sich ein Betrag von 126.000 Euro.

Das ist schon ein ordentlicher Betrag. Doch, wir sind noch immer nahe der Spitze des Eisberges. Dies soll die folgende Grafik verdeutlichen:

Angenommen, die Kosten für diese unsicheren Situationen und Arbeitsverzögerungen machen noch einmal die gleiche Summe aus, so ergeben sich Gesamtkosten durch Arbeitsunfälle und Beinahe-Unfälle in Höhe von ca. 250.000 Euro. Pro Mitarbeiter sind das rund 1.000 Euro an Unfallkosten.

Weitere Kosten können hinzukommen:

  • Vertragsstrafen infolge verspäteter oder unvollständiger Auslieferungen
  • Reparaturen an beschädigten Maschinen, Aufräumarbeiten
  • Ersatzbeschaffungen für unsichere Maschinen, Anlagen
  • Höhere BG Beiträge

Diese Kosten liegen in derselben Größenordnung, so daß man bei derartigen Unfällen leicht auf eine Größenordnung von weit über 400.000 Euro kommt.

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Autor / Copyright: Stottrop Unternehmensberatung
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